Die Meister der Flugzeugeinweisung

MarshallerÜber 210 Millionen Passagiere sind im Jahr 2015 an deutschen Flughäfen gestartet und gelandet.

An den beiden großen Drehkreuzflughäfen Frankfurt am Main (61 Mio. Passagiere) und München (41 Mio. Passagiere) wurden im Jahr 2015 über 100 Millionen Passagiere gezählt.

Vom renommierten Londoner Skytrax-Institut wurde der Flughafen München als erster europäischer Airport mit dem Qualitätssiegel „5-Star-Airport“ ausgezeichnet. Überdies konnte der Münchner Flughafen sich bei den World Airport Awards 2015 erneut als bester Flughafen Europas und drittbester Airport der Welt behaupten. Besonders die 150 Läden, 50 Restaurants und weiteren Attraktionen machen den Aufenthalt dort für die Reisenden sehr attraktiv. 13.000 Millionen Fluggäste hatten sich an der Umfrage zum beliebtesten Flughafen weltweit beteiligt.

Zum besten Flughafen weltweit wurde der Flughafen Changi in Singapur gewählt, zum dritten Mal in Folge. Das Drehkreuz Südostasiens bietet 200 Destinationen an, wöchentlich werden dort 5.000 An- und Abflüge abgefertigt.

Die Passagierzahlen an deutschen Flughäfen steigen stetig an, die Nachfrage nach Mobilität wächst und das Bundesverkehrsministerium rechnet bis 2030 mit einem Wachstum des Luftverkehrsaufkommens um 60 Prozent. Gerade Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft ist auf gute Luftverkehrsverbindungen in alle Welt angewiesen. Die Welt rückt näher zusammen und mit steigender Globalisierung wächst die Nachfrage nach Luftverkehr.

Bei dem rasanten Anstieg des Verkehrsaufkommens an deutschen Flughäfen ist eine fehlerlose Koordination und schnelle Flugzeugabwicklung entscheidend.

Einen großen Beitrag zur Organisation des Flugverkehrs leisten täglich die Fluglotsen.

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) koordinieren 2.000 Fluglotsen pro Tag bis zu 10.000 Flugbewegungen, im Jahr bis zu 3 Millionen Flugbewegungen.

Der Aufgabenbereich der Fluglotsen ist aufgeteilt zwischen den „Towerlotsen“ und den „Centerlotsen“.

Flughafen TowerDie Towerlotsen arbeiten im Tower des Flughafens und sind für den Betrieb in der unmittelbaren Nähe des Flughafens zuständig, was z.B. am Bremer Flughafen einem Umfeld von 10 Meilen, also 18 Kilometer entspricht. Ebenfalls wird von dort aus der Verkehr auf dem Rollfeld gesteuert. Lotsen erteilen den Piloten die Start- und Landegenehmigung und halten per Headset den Funkkontakt.

Sobald das Flugzeug eine bestimmte Flughöhe (ca. 300 Meter) erreicht hat, übernehmen die Centerlotsen die Führung. Die Kontrollzentralen der Deutschen Flugsicherung befinden sich in Langen, Bremen, Karlsruhe, München und Maastricht.

Die Centerlosten bekommen einen Flugraum zugewiesen, bei dem pro Fluglotse zwei bis fünfzehn Flugzeuge auf dem Radar verfolgt werden.

Voraussetzung für diesen Beruf ist höchstes Konzentrations- und Belastungsvermögen. In einem strengen Auswahlverfahren der Flugsicherung wird die Tauglichkeit des Bewerbers getestet. Sowohl die Seh- und Hörfähigkeiten der Person als auch das räumliche Vorstellungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein werden geprüft.

Nur sehr wenige Bewerber erhalten letztendlich eine Zusage für eine Ausbildung zum Fluglotsen.

In einem weiteren Tower jedes großen Verkehrsflughafens arbeiten zudem die Vorfeldlotsen (engl. Apron Controller) und Rollfeldlotsen (engl. Ground Controller). Die Vorfeldlotsen steuern den Flugverkehr zwischen den Parkpositionen der Flugzeuge und den Start- und Landebahnen. Am Flughafen München und Flughafen Frankfurt gibt es jeweils zwei Vorfeldlotsen. In Spitzenzeiten werden dort 400 bis 500 Funksprüche pro Stunde getätigt. 

Die Rollfeldlotsen leiten den Rollverkehr im Bahnsystem der Start- und Landebahnen. Die Tätigkeiten der Vorfeld- und Rollfeldlotsen in der Flugzeugabfertigung erfolgen in einem fließenden Übergang.

Auch die Marshaller, oder auch „Einwinker“ genannt, leisten wichtige Aufgaben im Flugbetrieb. Sie lotsen die Flugzeuge in einem „Follow me“ – Fahrzeug bis zur richtigen Parkposition oder leiten auch Baufahrzeuge oder Rettungsfahrzeuge auf dem Rollfeld.

Die Aufgabe des Marshallers erfordert höchste Konzentration, ständige Neuorganisation und Stressresistenz, vor allem aber muss der Marshaller immer den Überblick über alle Abläufe auf dem Vorfeld wahren.

FlugzeugabfertigungFür die Position des Marshallers muss man die Ausbildung zum geprüften Flugzeugabfertiger abgeschlossen haben und bereits einige Jahre am Flughafen gearbeitet haben. Erst dann kann die sechs bis acht wöchige Ausbildung zum Marshaller begonnen werden.

Das Einlenken des Flugzeuges erfordert höchste Präzision, da das Flugzeug zentimetergenau geparkt werden muss, um die Fluggastbrücke andocken zu können.

Den Piloten werden mit Hilfe von Signalkellen oder bei schlechter Sicht mit Leuchtstablampen Zeichen gegeben.

In der Anlage 2 der Luftverkehrs-Ordnung (zu § 21 LuftVO) unter dem Paragraf 7 sind alle 29 Handzeichen aufgeführt, die weltweit einheitlich gelten.

Das Bodenpersonal auf dem Rollfeld hat einen Kopfhörer als Lärmschutz zu tragen. In vielen Bereichen am Flughafen arbeiten die Menschen mit Headsets, denn eine gute Kommunikation ist die Voraussetzung für den reibungslosen Betriebsablauf. Da die Kopfhörer jedoch den ganzen Tag von unterschiedlichen Mitarbeitern getragen werden, ist es wichtig einen Hygienschutz-Bezug über die Gehörmuscheln zu ziehen.

Damit wird die Entstehung und Übertragung von Erkrankungen, insbesondere von Virus-, Haut- und bakteriellen Erkrankungen im Bereich der Ohrmuschel verhindert. Auch Unannehmlichkeiten, wie z.B. Schweiß, Schmutz oder Rückstände von Kosmetika werden durch hygienische Schutzbezüge vermieden.

Im Arbeitsschutzgesetz ist die Durchführung von Arbeitsschutzmaßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit vorgeschrieben. Nach dem Infektionsschutzgesetz soll die Gefahr der Entstehung und Verbreitung von Infektionskrankheiten unterbunden werden.

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